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Migräne - was tun?

Migräne und Spannungskopfschmerzen sind laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) die häufigsten Kopfschmerzarten. Generell leiden mehr Frauen als Männer unter dieser Art von Kopfschmerz. Bei Migräne handelt es sich um bohrende Kopfschmerzen, die den Betroffenen komplett außer Gefecht setzen. An Arbeit oder sonstige Aktivitäten ist nicht zu denken.

Oft wird Migräne begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Treten mehr als fünf Attacken auf, spricht man von Migräne als Krankheit. Migräne ist nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln.

Eine Migräne kann verschiedene Unterformen haben. Es wird beispielsweise zwischen Migräne mit und ohne Aura unterschieden.

Wie erkenne ich Migräne?

Es gibt über 250 unterschiedliche Arten an Kopfschmerzen. Dabei wird nicht nur zwischen primärem und sekundärem Kopfschmerz unterschieden, sondern auch bei der Art des Schmerzes. Eine Kopfschmerzart ist dabei die Migräne. Rund 15 Prozent der Bevölkerung leiden immer wieder unter Migräneattacken.

Migräne kann sehr intensiv sein. Jede Bewegung löst bei starker Migräne ein Pochen im Kopf aus und lässt es stärker werden. Typische Begleiterscheinungen bei Migräne sind außerdem eine besondere Empfindlichkeit gegen Lärm, Licht oder Schmerz, außerdem, wie oben schon erwähnt, Übelkeit und Erbrechen.

Außerdem tritt Migräne meist mit nur einseitigen Kopfschmerzen und pulsierendem Charakter, mit mittlerer oder stärkerer Schmerzintensität, auf. Der Schmerz wird durch körperliche Aktivitäten noch verstärkt. Die Formen der Migräne werden in "Migräne mit Aura", "einfache Migräne ohne Aura" und verschiedene Sonderformen unterteilt.

Eine einfache Migräne ohne Aura dauert zwischen vier Stunden und bis zu drei Tage. Eine Migräne mit Aura äußert sich außerdem durch Sehstörungen, wie die Wahrnehmung von Lichtblitzen, Streifen oder Punkten. Einige migränegeplagte Menschen erleben auch Sprechstörungen, Missempfindungen, Kribbeln oder sogar ein Taubheitsgefühl. Aber auch Schweißausbrüche oder Verdauungsbeschwerden können auftreten. Eine typische Aura setzt unmittelbar vor oder zu Beginn des Kopfschmerzes ein und baut sich in etwa 20 Minuten auf, bevor sie wieder verschwindet. Die Aura kann bis zu eine Stunde andauern.

Ob es sich bei der Migräne um eine bekannte Art oder um eine Sonderform handelt, lässt sich nur durch einen Arzt abklären. Dies sollte unbedingt geschehen, wenn es um die Einnahme der richtigen Medikamente bei Migräne geht.

Ursachen von Migräne

Eine klare Ursache von Migräne ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Einige Auslöser sind bekannt, aber was dabei genau im Gehirn vor sich geht, ist dabei noch nicht vollständig erforscht worden. Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren eine Rolle bei Migräneattacken spielen. Ein Faktor sind Entzündungsreaktionen aufgrund von überaktiven Nervenzellen im Hirnstamm. Das haben Untersuchungen mit einem bildgebenden Verfahren gezeigt (Positronenemissions-Tomografie).

Durch die Überreaktion werden Entzündungsbotenstoffe freigesetzt, diese dehnen die Blutgefäße aus und machen die Gefäßwände durchlässiger für Blutflüssigkeit. Entzündliche Eiweißstoffe werden freigesetzt. Diese Vorgänge führen zu einer Art Entzündung der Hirnhaut und des Hirngewebes, eine sogenannte neurogene Entzündung, die dann die Schmerzimpulse auslöst. Die stattfindende neurogene Entzündung macht die Blutgefäße im Gehirn so schmerzempfindlich, dass jeder Pulsschlag als schmerzhaft empfunden wird.

Eine andere Theorie ist, dass Durchblutungsstörungen für die Migräne verantwortlich sind. Einflüsse wie Stress, ein Wetterumschwung oder Hormonschwankungen können zu einer kurzzeitigen Verengung der Blutgefäße führen, die nachfolgende Gefäßerweiterung im Hirn, mit erhöhter Durchblutun,g löst dann den pulsierenden Kopfschmerz aus. Warum die Migräne aber nur einseitig ist und von einer Aura eingeleitet werden kann, dafür gibt es bei dieser Theorie keine Erklärung.

Eine weitere Theorie ist, dass Migränepatienten haben möglicherweise eine angeborene Art der Reizverarbeitung haben. Migräniker können mit Reizüberflutungen nicht so gut umgehen und sie verarbeiten, wie andere Menschen. In einigen Familien kann Migräne gehäuft vorkommen, was diese These unterstützt.

Die besten Tipps gegen Migräne

Bei einer Migräne geht es darum die Symptome wirksam zu lindern und auf der anderen Seite gegen die Migräneattacken prophylaktisch vorzugehen. Viele verschiedene Heilmittel stehen zur Auswahl von gewöhnlichen Schmerzmitteln bis hin zu verschreibungspflichtigen Triptanen.

Bei einem plötzlich auftretenden Migräneanfall gibt es sowohl Medikamente gegen die Schmerzen als auch gegen ungute Magengefühl sowie das Erbrechen. Die Mittel bei Magen-Darm-beschwerden sollten nicht zusammen mit dem Schmerzmittel eingenommen werden, sondern etwa 20 Minuten davor, sodass beide Medikamente die gewünschte Wirkung entfalten können.

Es ist sinnvoll die Arzneimittel schon bei den ersten Anzeichen einzunehmen, sodass die Schmerzattacke gezielt bekämpft werden kann. Bei Fragen hilft ein Arzt oder Apotheker.

Geeignete Schmerzmittel bei Migräne sind nichtsteroidale Antirheumatika und nichtopioide Analgetika wie beispielsweise Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure bei leichter Migräne.

Bei starken Migränebeschwerden können Triptane wie beispielsweise Sumatripan oder Zolmitriptan eingesetzt werden. Diese sind verschreibungspflichtig und als Tabletten, Spritzen oder Nasenspray erhältlich.

 

Zur Behandlung von Magenproblemen und Erbrechen bei einer Migräneattacke, lassen sich Prokinetika einsetzen, die sich regulierend auf den Magen und Darm auswirken.

Wenn häufig Migräneattacken auftreten, können Kopfschmerzmedikamente auch vorbeugend eingenommen werden. Dafür ist aber eine Dauermedikation notwendig. Vorbeugend bei Migräne können Betablocker, Medikamente gegen Epilepsie, Metropolol, Propranolol, Bisorprolol oder Naproxen und auch pflanzliche Wirkstoffe, wie beispielsweise Pestwurz, eingenommen werden. Welcher Wirkstoff im individuellen Fall sinnvoll ist, gilt es mit dem Arzt zu klären.

Behandlung von Migräne ohne Medikamente

Ein Migränetagebuch kann helfen, die auslösenden Faktoren und Attacken der Migräne kennenzulernen, indem Sie jeden Migräneanfall festhalten und sich Notizen zu Dauer und Intensität machen. Auch die Begleitumstände sind zu notieren wie Essen Stress und anderes. So können sich Betroffene besser auf eine bevorstehende Migräneattacke vorbereiten und die besten Hilfsmittel aufspüren, die im individuellen Fall helfen. Migränetagebücher gibt es sogar als App fürs Smartphone.

Außerdem hilft regelmäßiger Sport (nicht weniger als drei Mal die Woche). Sport hat einen positiven Effekt auf den Körper. Wahrscheinlich weil Stress abgebaut wird, kommt es seltener zu Migräneattacken. Auch Entspannungsübungen können helfen, Migräneattacken wirksam vorzubeugen. Außerdem ist ein regelmäßiger und gleichmäßiger Lebensstil wichtig für den Körper.

Was tun bei einem Migräneanfall?

Bei einem akuten Migräneanfall hilft vor allem Ruhe und ein abgedunkelter Raum. Als Medikamente empfiehlt die Deutsche Kopfschmerz- und Migränegesellschaft (DMKG) Kombinationspräparate aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol Koffein in Form von zwei Tabletten und in bestimmter Zusammensetzung. Auch Ibuprofen, Naratriptan oder Paracetamol kann bei Migräne wirksam sein.

Es ist wichtig bei der Einnahme von Migräne-Medikamenten ausreichend zu trinken. Wegen der Übelkeit kann es sein, dass die Betroffenen unter Flüssigkeitsmangel leiden. Am besten eignet sich Mineralwasser, da es viele lebenswichtige Elektrolyte wie Natrium und Kalium enthält. Manchmal hilft auch einfacher Filterkaffee mit Koffein.

Allgemein kann die Wirksamkeit der Arzneimittel durch das Hinlegen in einem ruhigen und abgedunkelten Raum und dem Kühlen der Stirn unterstützt werden. Auch Wärme im Nacken kann einigen Betroffenen bei der Linderung eines Migräneanfalls helfen.

Alternative Behandlungsformen bei Migräne

Neben der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM ) und einer Änderung des Lebensstils, können auch Homöopathie und Schüßler Salze hilfreich bei der Behandlung von Migräne eingesetzt werden.

Homöopathie bei Migräne

Auch die sanfte Medizin der Homöopathie kann helfen, Migräneattacken zu lindern und ihnen vorzubeugen. Hier nur eine kleine Übersicht geeigneter Mittel:

Bryonja alba (Weiße Zaunrübe) hilft bei starken Migräneattacken, die plötzlich auftreten und pochend sind. Sinnvoll, wenn Bewegung für Verschlechterung sorgt und Ruhe und Stille hilft.

Bei migräneartigem und stechendem Kopfschmerz hilft Kalium bichromicum, wenn der Schmerz nur über einem Auge auftritt und mit Sehstörungen, Schwindel und Übelkeit verbunden und regelmäßig wiederkehrend ist. Nux vomica kann bei Kopfschmerzen einhergehend mit Übelkeit und Brechreiz ebenfalls hilfreich sein.

Für Migräneanfälle, die in den Wechseljahren auftreten, ist Cimcifuga (Trauben-Silberkerze)zu empfehlen.

Bei spontaner Migräne mit pochendem Nackenkopfschmerz, einhergehend mit Störungen des Sehens, hilft das homöopathische Mittel Glonoinum in Form von Globuli. Auch Sabadilla kann bei migräneartigen Kopfschmerzen, einhergehend mit Geräuschempfindlichkeit und Störungen beim Sehen, helfen. Ebenfalls die homöopathischen Tropfen oder Globulie Tuberculinum oder Calendula.

Bei der Wahl des passenden homöopathischen Einzelmittels bei Migräne sollte Ihnen ein Homöopath behilflich sein.

Schüßler Salze gegen Migräne einsetzen

Auch Schüssler Salze können zur Unterstützung und Hilfe bei Migräne eingesetzt werden. Eine kleine Auswahl hilft, dass Sie sich einen Überblick verschaffen können. Auch hier sollte ein Naturheilpraktiker bei der Auswahl zu Seite stehen:

Calcium Floratum D12, Schüßler Salz Nr.1, kann bei Schmerzen in der Nackenmuskulatur und der Halswirbel eingesetzt werden. Bei krampfenden Kopfschmerzen, bei denen Bewegung schadet und kalte Umschläge die Schmerzen lindern, hilft das Schüßler Salz Nr. 3, Ferrum phosphoricum D12. Auch Magnesium phosphricum D6 hilft bei krampfartigen Kopfschmerzen mit Übelkeit, Augenflimmern, Berührungsempfindlichkeit und fröstelndem Gefühl.

Natrium chloratum D6 (Nr. 8) hilft bei neuralgischen Schmerzen im Bereich der Augen, Störungen beim Sehen und Wetterfühligkeit. Nicht zu vergessen ist das Schüßler Salz Nr. 10, Natrium sulfuricum D6 bei Kopfschmerzen mit starker Überempfindlichkeit auf Licht und Geräusche.

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