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Globuli: Arzneimittel der Homöopathie
Die Homöopathie behandelt sowohl seelische als auch körperliche Beschwerden mit natürlichen Substanzen. Globuli sind als Arzneimittel besonders verbreitet. Die winzigen weißen Kügelchen transportieren verschiedenste Wirkstoffe.
Zucker als Trägersubstanz
Globuli sind kleine, weiße Kügelchen aus Zucker mit einem Durchmesser von etwa 0,5 bis 1,5 Millimetern. Sie tragen jeweils einen Wirkstoff pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs - zum Beispiel aus der Tollkirsche, dem Tintenfisch oder der Kieselsäure. Aus dem ursprünglichen Wirkstoff wird ein haltbares Konzentrat hergestellt, die sogenannte Urtinktur. Diese wird verdünnt, indem sie mit Alkohol oder destilliertem Wasser „verschüttelt“ oder mit Zucker verrieben wird. Diesem Prozess schreibt die Homöopathie eine Verstärkung der Heilkraft zu. Deshalb bezeichnet sie das Verdünnen als Potenzieren.
Die Wirkstoffe in den Globuli werden in verschiedenem Verhältnis potenziert, das durch einen Buchstaben auf der Verpackung angegeben ist. Die Dezimalpotenz „D“ bezeichnet ein Verhältnis von eins zu zehn, die Centesimalpotenz „C“ ein Verhältnis von eins zu 100. Die Zahl hinter dem Buchstaben gibt an, wie oft die ursprüngliche Substanz im entsprechenden Verhältnis verdünnt wurde. „Belladonna D6“ zum Beispiel sind Globuli aus Tollkirsche, deren Urtinktur sechsmal im Verhältnis eins zu zehn potenziert wurde.
Klassische Homöopathie setzt auf nur einen Wirkstoff
Die Homöopathie unterscheidet zwei Arten von Globuli:
- Einzelmittel sind Präparate, die nur eine Substanz enthalten. Nach der homöopathischen Lehre passt zu jedem Symptom und Patienten genau ein Wirkstoff, der die Beschwerden heilt.
- Komplexmittel enthalten eine Mischung verschiedener Wirkstoffe der Homöopathie, die zu einem bestimmten Krankheitsbild passen. Sie werden meist dann verabreicht, wenn sich die Symptome des Patienten widersprechen.
Klassische Homöopathen verwenden ausschließlich Globuli mit einem einzigen Wirkstoff. Sie lehnen die Komplexmittel ab, da nur das Prinzip der Ein-Wirkstoff-Präparate exakt der Lehre von Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie, entspricht. In der Selbstmedikation greifen die Patienten häufiger zu Komplexmitteln. Sie sind für Laien leichter zu handhaben.
Anwendungsgebiete von Globuli
Globuli und andere Arzneimittel aus der Homöopathie können sowohl körperliche Beschwerden wie Akne, Erkältungen oder Menstruationsbeschwerden als auch seelische Probleme wie Schlafstörungen oder Prüfungsängste lindern. Im Gegensatz zur Schulmedizin richtet sich in der Homöopathie die Auswahl der passenden Globuli nicht nur nach den Symptomen, sondern vor allem nach Wesen und Charakter des Patienten. Auch vergangene Erkrankungen werden in die Medikation einbezogen. Deshalb nehmen Personen mit den gleichen Beschwerden unter Umständen verschiedene Globuli ein.
Die Wirkung der Globuli
Die Homöopathie schreibt den Globuli eine heilende Wirkung zu, die über den Effekt der natürlichen Substanzen hinausgeht. Indem der Wirkstoff mit dem Zucker immer wieder verrieben wird, soll er eine Information an das Kügelchen und damit an den Organismus weitergeben, die die Selbstheilungskräfte aktiviert. Deshalb haben Globuli nach der Lehre der Homöopathie auch dann eine heilende Wirkung, wenn das Präparat so stark verdünnt wurde, dass der eigentliche Wirkstoff nicht mehr nachzuweisen ist.
Globuli ersetzen nicht den Arztbesuch
Krankheitssymptome sollten immer mit einem Arzt besprochen werden, vor allem wenn sie stark ausgeprägt sind oder lange anhalten. Das gilt insbesondere für die Behandlung von Kindern und bei chronischen Erkrankungen. Ein Arzt weiß, in welchen Fällen eine rein homöopathische Behandlung geeignet ist, wann die Homöopathie die Schulmedizin unterstützen kann und wann ihre Grenzen erreicht sind. Viele Ärzte verfügen neben ihren schulmedizinischen Kenntnissen über Fachwissen in der Homöopathie und kennen sich mit Globuli aus.
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- Foto: © Martina Osmy - Fotolia.com










